Unsere Abgeordneten für
Bremen & Bremerhaven

Antje Grotheer

21. Legislaturperiode

Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft
Sprecherin für Bund, Europa, Internationales und Entwicklungszusammenarbeit

Warum ausgerechnet Politik?

„Politik war im weitesten Sinne schon in meinem Elternhaus gelebter Alltag. Bei uns waren die Türen für Freunde und Bekannte immer offen, egal ob jemand Trost, ein Pflaster, konkrete Hilfe, einfach nur ein offenes Ohr oder (gelegentlich auch ungefragt) Ratschläge brauchte. Angefangen mich konkret einzumischen, habe ich dann mit zehn Jahren in der Schule als Klassensprecherin – und das ist bis zum Abitur so geblieben. Irgendetwas gab es immer zu regeln.  Mitte der 80er bin ich dann in den Vorstand der damals neugegründeten BundesschülerInnenvertretung gewählt worden. In der Zeit habe ich gelernt, dass man nur etwas verändern kann, wenn man Einfluss auf und in die Politik nimmt. Dass ich das bis heute in der SPD tue, hat viel mit der sozialdemokratischen Grundidee zu tun. Ich will eine Gesellschaft, in der die Stärkeren den Schwächeren helfen. Solidarität ist das, worum es geht – und die SPD ist für mich die einzige Partei, die diesen Begriff mit Leben füllt.“

Ein wichtiger Punkt auf der politischen Habenseite?

„Dazu zählt für mich, dass wir uns in der Bremischen Bürgerschaft parteiübergreifend darauf geeinigt haben, das Schulsystem für einen längeren Zeitraum nicht mehr umzubauen. Denn letztlich geht es nicht darum, welches Schild oder welche Bezeichnung am Eingang hängt. Jede Schule ist nur so gut, wie die Menschen, die daran mitwirken. Selbstverständlich müssen wir weiterhin an Verbesserungen arbeiten. Aber gerade die Dauer-Diskussion darüber, welche Schulform nun die beste ist, hat die viel wichtigere Debatte darüber, wie wir die Qualität unserer Schulen steigern könnten, gelähmt.“

Und wo muss noch weitergearbeitet werden?

„Viele Menschen machen sich Gedanken um unsere Zukunft. Bleiben wir ein weltoffenes, friedliches Land, in dem alle gut miteinander leben können? Können wir die Herausforderungen, die durch die Klimaveränderungen und weltweite Fluchtbewegungen entstehen, meistern? Ich bin der Ansicht, dass wir dafür ein einiges Europa brauchen, das sich gemeinsam den Herausforderungen stellt. Vieles können wir in Bremen oder Deutschland gar nicht alleine lösen, dafür brauchen wir die Europäische Union als größtes Friedensprojekt der Nachkriegszeit. Als Bremerinnen und Bremer wollen wir aber unseren Beitrag leisten, um eine solidarische und soziale Gesellschaft zu bleiben.”

Ein wichtiges Projekt dieser Wahlperiode?

„In einer globalisierten Welt müssen wir die Auswirkungen auf soziale Gerechtigkeit und Frieden sowie auf eine Wirtschaft, die die Ressourcen schont, bei allen unseren Handlungen mitdenken. Die Vereinten Nationen haben daher 17 Nachhaltigkeitsziele festgelegt, die für die reichen Industrieländer ebenso gelten wie für die industriell nicht entwickelten Länder. Wir in Bremen sehen uns diesen Zielen verpflichtet. Deswegen wollen wir einen noch stärkeren Impuls für eine nachhaltige Beschaffung setzen. Wir wollen mit unseren Städtepartnern gemeinsam an der Verwirklichung dieser Ziele arbeiten. Als Querschnittsaufgabe des Senats müssen wir eine Strategie zu ihrer Umsetzung entwickeln und dabei die gesellschaftlichen Akteure in unserem Bundesland einbeziehen.”

… und nach dem politischen Feierabend?

„… gibt es bei mir sozusagen einen Freizeit-Dreiklang: Familie, Freunde, Werder. Das ist für mich die feste Reihenfolge. Und wenn nicht nur alle drei Punkte zusammen-, sondern am Ende auch noch drei Punkte für unsere Kicker herauskommen, war’s ein gutes Wochenende.“