
Die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Selin Arpaz, hat heute in der Bürgerschaft eine bessere Datenlage, vernetzte Hilfen und eine eigene Notschlafstelle für junge wohnungs- und obdachlose Menschen gefordert.

Bundesweit seien rund 44.000 junge Menschen unter 27 Jahren betroffen, etwa 2.000 davon minderjährig, wie die SPD-Abgeordnete erläuterte. Viele davon lebten in so genannter verdeckter Obdachlosigkeit und zögen dabei „von Sofa zu Sofa“. Gerade für Bremen sieht Selin Arpaz dringenden Handlungsbedarf. Zunächst müsse die Datenlage verbessert und die Jugendhilfe stärker verzahnt werden. Zudem dürften junge Volljährige nach dem 18. Geburtstag nicht aus bestehenden Hilfen fallen. Besonders wichtig sei jedoch ein niedrigschwelliges Angebot für den akuten Notfall: „Wir brauchen dringend eine Notschlafstelle für junge Menschen – die bestehenden Angebote richten sich fast ausschließlich an Erwachsene.“
Die Sozialdemokratin erinnerte daran, dass auch wohnungslose Jugendliche klare Zukunftswünsche hätten: Sicherheit, Bildung und eine eigene Perspektive. Politik und Gesellschaft müssten alles daransetzen, diese Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. „Jugendhilfe kann und wird niemals alle retten können. Sie ist wie ein Netz, das Kinder und junge Menschen auffangen soll – doch manchmal fallen einige hindurch. Unsere Aufgabe muss es sein, dass Netz immer engmaschiger zu knüpfen, damit so wenige wie möglich durchfallen.“