Aus der Stadtbürgerschaft | 27. Januar 2026

Falsche Brustkrebs-Diagnosen: SPD bekräftigt Aufklärungsbedarf

Nach den falsch befundeten Gewebeproben bei Brustkrebspatientinnen am Klinikum Bremen-Mitte (KBM) hat die SPD-Fraktion heute in der Stadtbürgerschaft ihre Forderung nach einer externen Begutachtung bekräftigt. Die gesundheitspolitische Sprecherin Ute Reimers-Bruns sprach von einem „massiven Vertrauensverlust“.

Ute Reimers-Bruns
Ute Reimers-Bruns

Zum Hintergrund: Die falschen pathologischen Diagnosen hatten für 34 Frauen gravierende Folgen. Sie erhielten deutlich intensivere Therapien – wie Chemotherapien oder Antikörperbehandlungen – mit schweren Nebenwirkungen und möglichen Langzeitfolgen. Diese Vorgänge seien für die betroffenen Patientinnen „schrecklich und eine Katastrophe“, wie Ute Reimers-Bruns in ihrer Plenarrede betonte.

Zwar habe der Klinikverbund Gesundheit-Nord (GeNo) als Träger des KBMs nach Bekanntwerden der Fehler reagiert, unter anderem mit der Freistellung der zuständigen Pathologin. Dennoch bleibe nach wie vor die Frage offen, wie verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden könne. „Die Untersuchung eines unabhängigen Instituts könnte ein erster Schritt sein“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Zu berücksichtigen seien aber auch frühere Hinweise auf lange Bearbeitungszeiten sowie der deutliche Personalabbau in der Pathologie. Die technische Modernisierung und Kooperationen mit externen Laboren seien wichtige Schritte, doch könnten sie fehlendes Fachpersonal nicht ersetzen. Ziel müsse nun ein zukunftsfähiges, neues Institut für Pathologie sein, um sichere Diagnosen und verlässliche Versorgungsstrukturen zu gewährleisten.