Aus dem Landtag | 21. Mai 2026

Stabile Tarifbindung in Bremen

Wie hat sich die Tarifbindung im Land Bremen seit 2014 entwickelt? Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung und welche Rolle spielt die Allgemeinverbindlicherklärung? Sind indirekte Tarifbindungen – etwa durch allgemeinverbindliche Tarifverträge oder tarifähnliche Bezahlung in der Leiharbeit – in den Zahlen enthalten? Und welche weiteren Maßnahmen hält der Senat für geeignet, um die Tarifbindung künftig zu stärken? Dies wollte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Volker Stahmann, heute vom Senat wissen.

Volker Stahmann
Volker Stahmann

Staatsrat Gunnar Isenberg verwies für den Senat auf Zahlen eines Betriebspanels des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), wonach 2025 rund 60 Prozent der Beschäftigten im Land in tarifgebundenen Betrieben gearbeitet haben. Damit liege die Tarifbindung seit Jahren auf einem stabilen Niveau – 2014 habe der Wert noch bei 58 Prozent gelegen. Bei den Betrieben selbst sei hingegen ein leichter Rückgang zu erkennen: Der Anteil tarifgebundener Unternehmen sei von 25 Prozent im Jahr 2014 auf 21 Prozent in 2025 gesunken.

Auch Daten des Statistischen Landesamts würden Bremen eine überdurchschnittlich hohe Tarifbindung bescheinigen. Konkrete Auswirkungen der Allgemeinverbindlicherklärung ließen sich statistisch dabei nicht eindeutig belegen. Indirekte Tarifbindungen seien in den Erhebungen nicht gesondert ausgewiesen. Allerdings orientierten sich laut IAB-Betriebspanel 24 Prozent der Betriebe ohne formale Tarifbindung an Branchentarifverträgen. Dort arbeiteten 16 Prozent der Beschäftigten. Zur Stärkung der Tarifbindung setze der Senat weiterhin auf das Tariftreue- und Vergabegesetz, den Austausch mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sowie auf Initiativen zur erleichterten Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen.