
Die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Katharina Kähler, hat heute in der Bürgerschaft nachgefragt, welche medizinischen Versorgungsangebote es für wohnungs- und obdachlose Menschen in Bremen gibt, wie akut obdachlose Personen erreicht werden, welche Impfangebote für diese vulnerable Gruppe bestehen und welche Regelungen eine Entlassung aus dem Krankenhaus in die Obdachlosigkeit verhindern sollen.

Für den Senat antwortete Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard, dass der Verein zur Förderung der medizinischen Versorgung Obdachloser im Land (MVO) mehrere niedrigschwellige ärztliche Angebote in Bremen betreibe. Diese Angebote würden auch für papierlose und nichtversicherte Menschen vorgehalten. Akut obdachlose Personen könnten außerdem durch aufsuchende Arbeit, Kooperationen sowie Angebote wie das Arztmobil der Johanniter oder medizinische Hilfen bei den Suppenengeln erreicht werden. Auch Impfungen, etwa gegen Grippe, würden über diese Einrichtungen sowie durch Aktionen des Gesundheitsamtes angeboten. Darüber hinaus versuchten Krankenhäuser über Sozialdienste und Absprachen mit der Zentralen Fachstelle Wohnen eine direkte Entlassung in Notunterkünfte mit Anschlussversorgung zu ermöglichen.
Auf Nachfrage von Katharina Kähler zur Unterbringung von Patienten aus Sucht- und Psychiatriekliniken erklärte die Senatorin, es gebe zwar einerseits genug Plätze, andererseits jedoch große Hürden durch individuelle Bedarfe, die Ablehnung von Notunterkünften und generell steigende Unterstützungsbedarfe. Schnittstellen müssten noch besser abgestimmt werden, um Entlassungen auf die Straße zu vermeiden. Zudem sehe sie wachsenden Handlungsbedarf bei Pflegeplätzen für ältere und psychisch erkrankte Obdachlose. Sie sagte zu, diese Aspekte verstärkt in den Blick zu nehmen.