Aus der Stadtbürgerschaft | 23. Juni 2026

Strategie zur Suizidprävention

Die Stadtbürgerschaft hat einen gemeinsamen Antrag der rot-grün-roten Koalition zur Entwicklung einer kommunalen Strategie zur Suizidprävention beschlossen. Ziel ist es, Hilfsangebote stärker zu vernetzen, die Datenlagen zu verbessern und gefährdete Menschen früher zu erreichen.

Ute Reimers-Bruns
Ute Reimers-Bruns

Mehr als 10.000 Menschen nehmen sich jedes Jahr in Deutschland das Leben. Im Land Bremen lag die Suizidrate 2024 mit 15 Fällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner sogar über dem Bundesdurchschnitt. Vor diesem Hintergrund betonte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ute Reimers-Bruns, die Dringlichkeit des Handelns: „Diese Zahlen sind erschreckend.“ Besonders gefährdet seien dabei hochaltrige Männer, Menschen nach einer Haftentlassung sowie Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen.

Der beschlossene Antrag setzt nun auf eine stärkere Vernetzung bestehender Hilfsangebote, eine bessere Erhebung von Daten sowie den Aufbau eines Präventionsnetzwerks unter Leitung des Gesundheitsamtes. Als Vorbild gilt unter anderem Finnland, das seine Suizidrate durch gezielte Präventionsmaßnahmen deutlich senken konnte. Zugleich sprach sich Ute Reimers-Bruns für die Einführung der bundesweiten Krisennotrufnummer 113 aus. „Bremen sollte sich dafür einsetzen, dass dieses notwendige Gesetz bald beschlossen wird“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.