
Im Mai letzten Jahres wurde die queersensible Anzeigenaufnahme in Bremen etabliert, im November auch in Bremerhaven. Selin Arpaz, Sprecherin der SPD-Fraktion für Gleichberechtigung und Queer, hat den Senat heute zu einer ersten Bilanz befragt. Konkret wollte die SPD-Politikerin in der Fragestunde wissen, wie viele Straftaten seit dem Bestehen der Aufnahmestellen angezeigt wurden, wie viele Personen sich unabhängig von einer Strafanzeige an die Anlaufstellen gewandt haben und welche Schlüsse der Senat aus den bisherigen Zahlen zieht.

Für den Senat antwortete Staatsrat Olaf Bull. Der Senat habe seit dem Bestehen der Stellen 27 Anzeigenaufnahmen in Bremen sowie eine weitere in Bremerhaven dokumentiert. Im gleichen Zeitraum seien 60 weitere queerfeindliche Straftaten an anderen Polizeistandorten angezeigt worden, zwei davon in Bremerhaven. Unabhängig von einer Strafanzeige fanden in Bremen insgesamt 18 Beratungen statt, dazu kamen 26 Kontaktaufnahmen über die zentrale E-Mail-Adresse. Der Staatsrat betonte zudem, dass die Polizei Bremen die queersensible Anzeigenaufnahme im August 2026 noch erweitert habe: So seien nun fünf Beamtinnen und Beamte an den Standorten Vahr, Osterholz und Neustadt im Einsatz.
Abschließend erkundigte sich Selin Arpaz danach, wie die Situation der queersensiblen Anzeigenaufnahme beim Bremer Cristopher Street Day (CSD) am vergangenen Wochenende zu bewerten sei. Olaf Bull verwies dabei auf eine Anzeigenaufnahme, die während des Umzugs am Wall eingerichtet wurde. Dort musste keine einzige Anzeige aufgenommen werden, was als Erfolg der Polizeiarbeit zu werten sei.