
Große Anfrage der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und Die Linke
Kinder und Jugendliche sind von den Folgen der Klimakrise in besonderer Weise betroffen. Sie sind die Generation, die in ihrer Zukunft am stärksten mit den ökologischen, gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Erderwärmung konfrontiert sein wird. Bereits heute beeinträchtigen Hitzewellen, Extremwetterereignisse und Luftverschmutzung das gesunde Aufwachsen junger Menschen. Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sind stärker von den Folgen der Klimakrise betroffen, da sie geringere Möglichkeiten haben, sich vor Hitze, Umweltbelastungen oder weiteren Auswirkungen des Klimawandels zu schützen und ihre Lebensweise anzupassen.
Gleichzeitig haben Kinder und Jugendliche gemäß der UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf Gesundheit, Beteiligung und eine lebenswerte Zukunft. Die Vertragsstaaten sind verpflichtet, bei politischen Entscheidungen die Interessen junger Menschen zu berücksichtigen und ihre Entwicklung zu schützen. Die Freie Hansestadt Bremen stärkte 2020/2021 die Rechte von Kindern und Jugendlichen in ihrer Landesverfassung. Seitdem haben junge Menschen das verfassungsrechtlich geschützte Recht, bei Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt zu werden. Ihre Meinung muss alters- und reifegerecht berücksichtigt werden.
Die Bewältigung der Klimakrise ist daher nicht nur eine umwelt- und klimapolitische, sondern auch eine kinder- und jugendpolitische Aufgabe. Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung wirken sich unmittelbar auf die Lebensbedingungen junger Menschen aus – etwa in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Mobilität, Stadtentwicklung, Freizeit und soziale Teilhabe. Zugleich verfügen Kinder und Jugendliche über eigene Erfahrungen, Perspektiven und Ideen, die für die Entwicklung wirksamer und gerechter Klimastrategien von großer Bedeutung sind.
Zahlreiche Kinder- und Jugendverbände sowie Kinderrechtsorganisationen fordern daher eine stärkere Verknüpfung von Kinderrechten, Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Auch auf Landes- und kommunaler Ebene gewinnt die Frage nach der Beteiligung junger Menschen an der Gestaltung sozial gerechter Mobilitäts- und Klimapolitik zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit die Belange und Rechte von Kindern und Jugendlichen bereits systematisch in die Klimaschutz- und Klimaanpassungspolitik des Landes Bremen einbezogen werden und welche weiteren Schritte hierfür geplant sind.
Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:
Sahhanim Görgü-Philipp, Dr. Franziska Tell, Philipp Bruck,
Dr. Emanuel Herold und Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Selin Arpaz, Derik Eicke, Heike Kretschmann, Falko Bries,
Katharina Kähler, Mustafa Güngör und Fraktion der SPD
Dariush Hassanpour, Muhlis Kocaağa, Sofia Leonidakis,
Nelson Janßen und Fraktion Die Linke