
Große Anfrage der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und Die Linke
Kinder sind in ihren ersten Lebensjahren besonders lernorientiert, erkunden ihre Umwelt und entwickeln ein Verständnis für die Auswirkungen ihres eigenen Handelns. Klimabildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) setzen früh im Leben an. BNE bildet dabei den übergeordneten Rahmen, in dem ökologische, soziale und ökonomische Fragestellungen zusammengeführt werden, während Klimabildung innerhalb dieses Rahmens einen zentralen thematischen Schwerpunkt darstellt. Ziel ist es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Kinder zu verantwortungsvollem Denken und Handeln zu befähigen. Frühkindliche und schulische Bildung spielen daher eine entscheidende Rolle, um nachhaltiges Handeln als Teil des Alltags zu verankern, Partizipation zu fördern und Kinder darin zu stärken, Verantwortung zu übernehmen und ihre Umwelt aktiv mitzugestalten.
Klimabildung und BNE werden in Bremen und Bremerhaven als Querschnittsaufgabe verstanden, deren Umsetzung stark von einzelnen Projekten, Kooperationspartnern und dem Engagement einzelner Einrichtungen abhängt. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen, etwa bei personellen Ressourcen, der Nutzung von Fortbildungsangeboten sowie bei der dauerhaften Integration in den pädagogischen Alltag.
Mit der Maßnahme L-BW-163 im Aktionsplan Klimaschutz hat sich der Senat zum Ziel gesetzt, Klimabildung insbesondere in der frühkindlichen Bildung sowie im Übergang in die Grundschule in Bremen und Bremerhaven strukturell zu stärken. Dazu gehören die Integration entsprechender Inhalte in den Bildungsplan 0–10, der Ausbau von Fort- und Weiterbildungsangeboten für pädagogische Fachkräfte, die stärkere Einbindung außerschulischer Bildungspartner*innen sowie die Verstetigung bestehender Programme wie ener:kita. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, BNE und Klimabildung als feste Bestandteile pädagogischer Praxis zu verankern und nicht nur projektbezogen umzusetzen.
Nach den im Aktionsplan Klimaschutz formulierten Zielsetzungen sollten zentrale Umsetzungsschritte bis Dezember 2025 erreicht sein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit diese Ziele tatsächlich erreicht wurden, welche Wirkung die bisherigen Maßnahmen entfalten und welche strukturellen Herausforderungen weiterhin bestehen. Entscheidend ist dabei insbesondere, wie die Wirkung der Maßnahmen systematisch evaluiert wird und welche konkreten nächsten Schritte geplant sind, um BNE und Klimabildung weiter in der frühkindlichen und schulischen Bildung in Bremen und Bremerhaven zu verankern.
Wir fragen den Senat:
Dr. Franziska Tell, Philipp Bruck, Dr. Emanuel Herold
und Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Falko Bries, Heike Kretschmann, Derik Eicke,
Mustafa Güngör und Fraktion der SPD
Miriam Strunge, Muhlis Kocaga, Sofia Leonidakis, Nelson Janßen
und Fraktion Die Linke