Aus dem Landtag | 26. Februar 2026

Potenziale für die Wärmeplanung

Ein Thema in der heutigen Fragestunde war die so genannte Agrothermie; eine Form der oberflächennahen Geothermie, bei der Wärme aus dem Boden landwirtschaftlicher Nutzflächen gewonnen wird. „Welche Potenziale sieht der Senat für Agrothermie auf Bremens Agrarflächen? Wie gut ist sie mit einer dauerhaften Bewirtschaftung vereinbar und wie wirtschaftlich attraktiv ist sie für landwirtschaftliche Betriebe? Welche Rolle kann sie künftig in der kommunalen Wärmeplanung spielen?“ Das wollte der umwelt- und landwirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Derik Eicke, vom Senat wissen.

Derik Eicke
Derik Eicke

Für die Landesregierung beantwortete die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Henrike Müller, die Fragen. Da die Wärme bei dieser regenerativen Technologie unterhalb der üblichen Bearbeitungstiefe entzogen werde, könne die landwirtschaftliche Nutzung in der Regel fortgeführt werden, erklärte sie. Natur- und Bodenschutz seien jedoch weiterhin zu beachten; insbesondere auf Moorflächen dürften wasserstauende Schichten nicht beschädigt werden.

Pilotprojekte seien bislang erfolgreich verlaufen, Ernteverluste seien nicht zu verzeichnen gewesen. Mit marktreifer Verlegetechnik werde ab 2026 gerechnet. Wirtschaftlich könne Agrothermie vor allem in Neubausiedlungen in Kombination mit Kaltwärmenetzen und Wärmepumpen interessant sein, Nutzungsentgelte müssten individuell vereinbart werden.

Für die Wärmeplanung werde Agrothermie also positiv bewertet, da sie zusätzliche Optionen eröffne. Für größere Bedarfe seien jedoch mehrere Hektar Fläche erforderlich. „In Bremen sind landwirtschaftliche Flächen sehr knapp und daher für die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten“, stellte die Senatorin dazu klar. Alternativ kämen Erdsondenfelder oder aufgeständerte Solarthermieanlagen infrage. Über den konkreten Einsatz entschieden letztlich die jeweiligen Wärmenetzbetreiber oder Gebäudeeigentümer.