Aus der Stadtbürgerschaft | 22. September 2026

Maßnahmen gegen Autoposing

Immer wieder kommt es in Bremen zu Vorfällen, bei denen überwiegend junge Männer durch illegales Autotuning oder Raserei auffallen. Traurige Höhepunkte im Rahmen dieses Autoposings sind illegale Autorennen wie zuletzt am vergangenen Freitag auf der Kurfürstenallee in Schwachhausen. Eine entsprechende Kontrollgruppe „Raser und Poser“ gab es in Bremen bereits bis 2024, nun möchte die Koalition sie wieder einsetzen. Kevin Lenkeit, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, erläuterte in der Stadtbürgerschaft die Gründe.

„Wer nachts mit unnötigem Motorenlärm Runde um Runde durch Wohnquartiere fährt, wer illegale Rennen veranstaltet oder sein Fahrzeug so manipuliert, dass es erheblich lauter wird, beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner. Im schlimmsten Fall gefährdet er auch andere Verkehrsteilnehmende“, erklärte der SPD-Abgeordnete. Bisher würden entsprechende Vergehen mit Bußgeldern geahndet, Eintragungen ins Fahreignungsregister oder Punkte in Flensburg würden aber nicht erteilt. Einen übermäßig abschreckenden Charakter hätten diese Strafen daher nicht.

Polizei soll Fahrzeuge abschleppen dürfen

Stattdessen solle die Polizei nun das Recht bekommen, Fahrzeuge abzuschleppen und zu begutachten, bei denen der Verdacht auf Manipulation bestehe. Falls sich dieser Verdacht als korrekt herausstelle, müssten die Besitzer die Kosten zahlen, die sich aus Betrachtung und Rückbau ergeben und in der Regel deutlich über den aktuellen Bußgeldern lägen. „Ein Bußgeld von 80 oder 100 Euro beeindruckt niemanden, der einen Sportwagen der Marken Mercedes, BMW oder Audi fährt. Die Kosten für Stilllegung, Begutachtung, Rückbau und eine erneute Prüfung der Verkehrssicherheit schmerzen da schon deutlich mehr“, betonte Kevin Lenkeit.

Wiedereinsetzung der Kontrollgruppe

Bereits zwischen 2019 und 2024 gab es in Bremen eine für Autoposing und Raser zuständige Kontrollgruppe, allerdings wurde diese damals aufgrund knapper Personalressourcen eingestellt. Die von der Koalition beschlossene Aufstockung des Personals bei der Polizei sowie die zunehmende Größe der Tuning-Szene insbesondere in der Überseestadt machen nach den Worten des SPD-Politikers eine solche Kontrollgruppe nun wieder attraktiv: „Nach dem erfolgten Personalaufwuchs wollen wir diese spezialisierte Arbeit wieder aufnehmen und zugleich prüfen, wie die Ausstattung verbessert werden kann.“

Kevin Lenkeit
Kevin Lenkeit