
Straßenbau geht nachhaltig: Die rot-grün-rote Koalition fordert, dass Bremen beim Einsatz von Recycling-Baustoffen eine Vorreiterrolle übernimmt. Dafür sollen Ausschreibungen und Vergabe so angepasst werden, dass wiedergewonnene Materialien künftig stärker zum Einsatz kommen.
Millionen Tonnen Sand, Kies und Naturstein werden jedes Jahr für den Bau und die Sanierung von Infrastruktur benötigt. Gleichzeitig fallen bei Abriss und Sanierung große Mengen an Beton, Ziegeln und Asphalt an. Die SPD-Fraktion sieht hier eine Chance, vorhandene Baustoffe stärker wiederverwenden. „Denn diese Abfälle als bloßen Müll zu betrachten, ist ein wirtschaftlicher und ökologischer Anachronismus“, erklärte Anja Schiemann, verkehrspolitische Sprecherin, heute in der Stadtbürgerschaft. „Sie sind wertvolle Ressourcen.“
In einem gemeinsamen Antrag der Koalitionsfraktionen wird der Senat aufgefordert, den Einsatz von Recycling-Baustoffen im Straßen- und Wegebau aktiv voranzutreiben. Bestehende Vergabe- und Ausschreibungskriterien sollen so weiterentwickelt werden, dass Sekundärbaustoffe nicht länger die Ausnahme sind, sondern selbstverständlich berücksichtigt werden. Dabei bedeutet nach den Worten Anja Schmiemanns mehr Recycling im Straßenbau nicht nur weniger Abbau natürlicher Ressourcen. Auch Deponien könnten entlastet und CO₂-Emissionen durch kürzere Transportwege reduziert werden. „Vor allem die öffentliche Hand muss hier ihre Vorreiterrolle noch stärker wahrnehmen. Wir als Staat bauen Schulen, Verwaltungsgebäude und eben kilometerweise Straßen. Wenn nicht wir vorangehen, wer dann?“
