Aus dem Landtag | 27. August 2026

Auffangstation für Wildtiere auf den Weg bringen

Bremen gilt als die grünste Großstadt Deutschlands. Sie bieten nicht nur Menschen, sondern auch vielen Wildtieren einen Lebensraum. Doch wenn diese Wildtiere verletzt oder krank sind und Versorgung brauchen, gibt es bislang im Land Bremen keine klare Anlaufstelle dafür. Das will die rot-grün-rote Koalition nun ändern.

Bisher werden aufgefundene Wildtiere durch die Tierschutzvereine in Bremen und Bremerhaven versorgt – doch dafür sind sie grundsätzlich nicht ausgerichtet. „Auch die mögliche Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen sind nachvollziehbare Gründe, warum die Aufnahme von Wildtieren in Tierheimen keine Dauerlösung sein kann“, wie Holger Welt, Sprecher der SPD-Fraktion für Tierschutz, heute in der Bürgerschaft betonte. Das Engagement sowohl der Tierheime als auch der zahlreichen privaten Unterstützerinnen und Unterstützer sei zwar lobenswert. Doch keiner der Akteure besitze die Kapazitäten oder Ressourcen, die Masse an Tieren angebracht zu versorgen, sodass diese möglichst schnell wieder ausgewildert werden könnten.

Umfassendes Konzept

Es brauche dafür also eine dauerhafte Lösung. „Als ersten Schritt benötigen wir ein umfassendes Konzept, bei dem unsere Tierschutzvereine sowie die entsprechenden Netzwerke unter Federführung der Landestierschutzbeauftragten ihre Expertise einbringen sollen“, erklärte Holger Welt. Im Mittelpunkt stehe dabei die Suche nach einem geeigneten Standort mit genügend Platz, unter anderen für eine separate Quarantänestation. Zentral sei aber auch die Frage nach einem geeigneten Träger. Vergleichbare Stationen in Niedersachsen befänden sich in Trägerschaft von Vereinen, die sich – neben einem staatlichen Betriebskostenzuschuss – auch durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzierten. Ein solches vereinsgebundenes Modell käme auch für das Land Bremen infrage, ebenso eine Kooperation mit dem benachbarten Bundesland.

Holger Welt
Holger Welt