
Nils Bothen hat eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der deutschen Seehäfen gefordert. In der Aktuellen Stunde der Bremischen Bürgerschaft verwies der SPD-Abgeordnete auf das dieser Tage vorgelegte Rechtsgutachten der IHK Nord, das die bislang vorherrschende Annahme, eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Seehäfen sei verfassungsrechtlich kaum möglich, infrage stellt.

Der hafenpolitische Sprecher der Fraktion forderte, die jährlichen Bundesmittel für die Küstenländer von derzeit 38 auf 500 Millionen Euro anzuheben. Denn der Investitionsstau in den Seehäfen belaufe sich inzwischen auf rund 15 Milliarden Euro. „Jetzt gibt es keine Ausreden mehr“, so Nils Bothen mit Blick auf den Bund.
Die Bedeutung gerade der bremischen Häfen werde dabei durch aktuelle Zahlen unterstrichen: 2025 seien in Bremen und Bremerhaven über 65 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden. Der Containerumschlag sei um zehn Prozent auf knapp fünf Millionen TEU gestiegen. Und auch im ersten Halbjahr 2026 habe sich das Wachstum fortgesetzt. Zugleich verwies Nils Bothen auf die strategische Bedeutung der Häfen für Versorgung, Energiewende und militärische Logistik. Trotz der vom Bund zugesagten 1,35 Milliarden Euro für den Ausbau der Infrastruktur in Bremerhaven blieben jährliche Hafenlasten von rund 100 Millionen Euro bestehen. Dies könne Bremen und Bremerhaven nicht alleine tragen.